Schulungsmaterial für die Jungjägerausbildung

4 Begriffe aus der Forstwirtschaft

JungwuchsBestand von der Begründung bis zur gegenseitigen Astberührung
DickungVon der Astberührung (Schlussbildung) bis zum Einsetzen der Schaftreinigung, d. h. bis die unteren Äste wegen Lichtmangel absterben
StangenholzVom Beginn der Schaftreinigung bis zu einem durchschnittlichen Stammdurchmesser in Brusthöhe (BHD) von 20 cm
Baumholzab BHD 20 cm
Altholzab BHD 40 cm
AnflugVerjüngung aus flugfähigen Samen (z. B. Fichte, Ahorn, Esche)
AufschlagVerjüngung aus schweren Samen (Mast: Buche, Eiche, Rosskastanie, Esskastanie)
BHDBrusthöhendurchmesser; in 1,3 m über dem Boden gemessener Baumdurchmesser
Fegen und SchlagenEntfernen von Rinde und Bast junger Bäume mit dem Geweih
HochwaldJeder Wald, dessen Bäume aus Samen gewachsen sind, ist ein Hochwald, unabhängig von Alter und Höhe (also ein nach Saat, Anflug, Aufschlag und Pflanzung entstandener Wald)
Lichtbaumartenhoher Lichtbedarf: Kiefer, Lärche, Birke, Zitterpappel, Weide, Eiche
MittelwaldKombination aus Hoch- und Niederwald
HalbschattenbaumartenDouglasie, Fichte
MastUnter Mast verstehen wir die schweren Samen von Eichen, Rotbuchen, Ross-und Esskastanien. Je nach Ertrag reden wir von Vollmast, Halbmast oder Sprengmast. Masttragende Bäume sind für die Wildhege wichtig. Ursprünglich kommt der Begriff von „mästen“, da man früher Hausschweine in den Wald trieb, damit diese dort Eicheln und Bucheckern fressen konnten, um fett (mast) zu werden.
MischbestandEin Bestand, bei dem eine Baumart mehr als 10 %, die andere weniger als 90 % Anteil aufweist (z. B. 89 % Fichte, 11 % Buche: Mischbestand).
NiederwaldJeder Wald, dessen Bäume aus Stockausschlag entstanden ist, unabhängig von Alter und Höhe.
PionierbaumartenDas sind Baumarten, die in der Lage sind, schnell große Flächen (z. B. Sturmwurfflächen) zu besiedeln. Sie sind i. d. R. lichtbedürftig (Lichtbaumarten), sonst eher anspruchslos und meist mit flugfähigen Samen (z. B. Birke, Weide, Kiefer).
PlenterwaldJunge und alte Bäume unterschiedlicher Arten sind nebeneinander auf derselben Fläche vorhanden. Die Nutzung erfolgt nicht schlagweise, sondern baumweise (Plenterung).
ReinbestandEin Bestand, bei dem eine Baumart mindestens 90 % Anteil hat (90 % Fichte, 10 % Buche: Reinbestand).
Schälenabziehen der Rinde
Schattenbaumartengeringer Lichtbedarf: Tanne, Buche, Eibe
ÜberhälterEin Baum, der über die eigentliche Umtriebszeit stehen bleibt; entweder für die Wertholzproduktion, als Samenbaum oder aus landschaftsästhetischen Gesichtspunkten
UmtriebszeitZeit von der Begründung eines Bestandes bis zur Ernte(Fichte: 80 bis 100 Jahre; Buche: 120 bis 150 Jahre;Kiefer: ca. 120 Jahre; Eiche: 180 bis 300 Jahre)
VerbissAbbeißen von Knospen
Waldmantelgewachsene Zone, die auch als Windbrecher dient und den Wald vor Sturmschäden schützen kann.
Weiserzaunauch Kontrollzaun genannt; die beste, aber auch aufwendigste Methode, den Wildeinfluss auf die Waldentwicklung objektiv festzustellen, ist die Errichtung von Weiser- bzw. Kontrollzaunflächen und die mehrjährige Beobachtung der Waldentwicklung innerhalb des Zaunes (ohne Wildeinfluss) im Vergleich mit möglichst ähnlichen Flächen außerhalb des Zaunes (mit Wildeinfluss). Der Keimlingsverbiss kann nur mit dieser Methode eindeutig festgestellt bzw. sichtbar gemacht werden.
WindwurfBäume werden mit gesamtem Wurzelteller umgeworfen (v. a. bei Flachwurzlern, z. B. Fichte)
WindbruchBäume brechen im Stamm (v. a. bei Pfahlwurzlern, z. B. Traubeneiche oder Kiefer)
WurzelformenFlachwurzler (Fichte)Herzwurzler (Rotbuche)Pfahlwurzler (Stiel-, Traubeneiche, Kiefer, Tanne)
Zukunftsbaum (Z-Baum)ein für das Erntealter vorgesehener Baum, der während der Durchforstung durch Freistellung gefördert wird
ZwieselEin Baumstamm, der sich in zwei gleich starke Arme gabelt. Folge von Terminaltriebzerstörung durch Verbiss, Frost und Insekten. Häufig bei Esche und Ahorn. Nur bei gegenständiger Knospenanordnung möglich.