Schulungsmaterial für die Jungjägerausbildung

9 Fuchs

9.1 Kennzeichen

  • lange behaarte Lunte, Luntenspitze (Blume) meist weiß
  • Gewicht: 5 bis 10 kg
  • verschiedene Farbvariationen (Birk-, Brand-, Kohl-, Kreuzfuchs)
  • Trittsiegel oval

9.2 Bestätigung im Revier (Pirschzeichen)

Verhör zur Ranz, Funde von Beuteresten, Losung, Abspüren bei Neuschnee, Direktbeobachtung (an Pässen, Bauen, Sonnenbadeplätzen)

9.3 Lebensraum

Flächendeckendes Vorkommen (Küste bis Hochgebirge), typischer Kulturfolger

9.4 Lebensweise

  • territorial –> Einzelgänger
  • Reviermarkierung durch erhöht abgesetzte Losung (Baumstubben; Grenzsteine) und mit der Viole
  • Zur Ranz bildet sich bei den Rüden eine soziale Rangordnung, die Fähen werden vor der Ranz territorial.
  • gesellig nur zur Ranz- und Aufzuchtzeit
  • überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
  • lebt im Bau (vor allem bei schlechter Witterung, während der Ranz und während der Aufzucht)
  • Der Fuchs polstert im Gegensatz zum Dachs den Kessel im Bau nicht aus.
  • hält Burgfrieden (zusammen mit Brandente, Kaninchen)

9.5 Fortpflanzung (Ranz)

9.6 Ranzzeit

  • Januar/Februar
  • Die Fuchsrüden sind in der Ranzzeit nicht territorial, sodass es häufig vorkommt, dass mehrere Rüden der Spur einer hitzigen Fähe folgen.

9.7 Tragzeit

  • 53 Tage

9.8 Wölfzeit

  • März/April

9.9 Welpen

  • 4 bis 8 (blind und behaart/Superfekundation)
  • werden ca. 8 Wochen gesäugt

9.10 Geschlechtsreife

  • 9 bis 10 Monate
  • Die Jungfüchse werden im Juli/August selbstständig (Elterntierregelung!).
  • Merkmal Bau mit Geheck: Spielplatz der Welpen und herumliegende Beutereste

9.11 Ernährung

Nahrungsgeneralist (Opportunist)

Allesfresser, wobei tierische Nahrung überwiegt: Insekten, Würmer, Schnecken, Mäuse bis zu Rehkitzen, Bodenbrüter bis Auerhahngröße und deren Gelege, Aas, Früchte, Beeren, Gras, Kartoffeln; in Siedlungsnähe Lebensmittelabfälle

Ausspruch: „Ein gutes Mäusejahr ist ein gutes Hasenjahr!“

Die Beute wird angeschlichen, geschickt angesprungen (vor allem Mäuse) oder auch gehetzt.

Welpen werden 3 Wochen ausschließlich gesäugt. Ab ca. der 4. Woche Zufütterung, zunächst Erbrochenes, später werden Mäuse und andere Beute zugetragen. Während der Aufzuchtzeit kann man die Fähen oft mit einem ganzen Fang voller Mäuse beobachten, mit denen die Welpen versorgt werden.

Die Rüden sind zum Teil an Aufzucht beteiligt (Elterntierregelung beachten! Von Anfang März bis Ende Juli keine Altfüchse bejagen!).

9.12 Gebiss

9.13 Fuchsspur

9.14 Sinnesorgane

  • extrem gut ausgeprägt
  • reaktionsschnelle Umsetzung von Wahrnehmungen

9.15 Losung

  • immer spitz auslaufend, oft mit Mäusehaaren

9.16 Lautäußerungen

  • Ranzbellen
  • Keckern