Schulungsmaterial für die Jungjägerausbildung
3 Brüche
Bruchzeichen sind abgebrochene Zweige, die der lautlosen Verständigung der Jäger untereinander dienen. Es werden i. d. R. nur Zweige bruchgerechter
Holzarten verwendet. Dazu gehören:
- Kiefer
- Fichte
- Tanne
- Eiche
- Erle
Merke: Ki-Fi-Ta-Ei-Er
In Ermangelung derselben sind auch andere Zweige möglich! Zunächst unterscheiden wir:
- Armlange, halbarmlange und handlange Brüche
- Abgeastete (Äste teilweise entfernt) und nicht abgeastete Brüche
- Befegte (Rinde abgeschabt) und unbefegte Brüche
Die Brüche im Einzelnen
Die meisten Brüche werden heute nur noch selten verwendet. Wenn sie der Verständigung dienen, werden sie auch heute noch beachtet. Bei Gesellschaftsjagden werden die Brüche nach dem Streckelegen durch den Jagdleiter überreicht. Wenn ein Jäger mehrere Stücke Wild erlegt hat, bekommt er auch nur einen Bruch. Bei der Einzeljagd bricht der Jäger selbst den Bruch.
3.1 Hauptbruch
„Achtung“ der Bruch deutet auf irgendetwas Wichtiges hin, z. B. auf einen Anschuss
Armlang und befegt, (Oberseite des Mitteltriebes)

3.2 Leit- oder Folgebruch
Bedeutung: Folgen (Richtung gewachsener Spitze)
(oft in Verbindung mit Standplatzbruch)halbarmlang und befegt

3.3 Warnbruch
Warnung vor einer Gefahr
(z. B. gebrochene Leitersprosse)
mindestens armlang, mit Ausnahme der Spitze abgeastet und rundum befegt; zu einem Kreis gebogen und aufgehängt (gut sichtbar!)

3.4 Standplatzbruch
Markiert den Standplatz
(z. B. Schützenstand bei Gesellschaftsjagd)
halbarmlang, mit Ausnahme der Spitze abgeastet in den Boden gesteckt, hier in Kombination mit einem Folgebruch…

3.5 Wartebruch
Aufforderung, an dieser Stelle zu warten
zwei halbarmlange unbearbeitete Zweige
über Kreuz auf den Boden gelegt

3.6 Sammelplatzbruch
Markiert einen Sammelplatz – 3 Wartebrüche nebeneinander auf den Boden gelegt
3.7 Warten aufgegeben
Warten wurde aufgegeben, der Wartende hat sich in Richtung der Winkelhalbierenden entfernt, aus Wartebruch entstanden, jedoch
mit Ausnahme des obersten Astquirls abgeastet

3.8 Anschussbruch
Markiert den Anschuss: halbarmlang unbearbeitet in den Boden gesteckt
Der Anschussbruch wird immer mit einem Fährtenbruch und einer Äfterung kombiniert
3.9 Fährtenbruch
Markierung der Fluchtrichtung angeschweißten Wildes halbarmlanger Bruch auf den Boden gelegt und mit kleinem Querbruch geäftert. Die Äfterung liegt entgegen der Fluchtrichtung
3.9.1 Varianten
a) Männliches Wild:
gebrochene Spitze zeigt die Fluchtrichtung an


b) weibliches Wild:
gewachsene Spitze zeigt die Fluchtrichtung an
c) Fluchtrichtung unbekannt:
doppelt geäftert (2 kleine Querbrüche), ein männliches Stück Schalenwild wurde hier beschossen

3.10 Inbesitznahmebruch
Zeichen, dass Schalenwild in Besitz genommen wurde kleiner Bruch auf dem Blatt der linken Körperseite des Wildes

3.10.1 männliches Wild
die gebrochene Spitze zeigt, Richtung Haupt
3.10.2 weibliches Wild
die gewachsene Spitze zeigt Richtung Haupt
3.11 „Letzter Bissen“
„Ehrung“ des erlegten Schalenwildes, kleiner Bruch unbearbeitet quer in Äser (Gebrech) gesteckt
3.12 Schützen- oder Erlegerbruch
Anerkennung für den erfolgreichen Jäger,
Kleiner Bruch wird mit Schweiß benetzt,
durch den Jagdleiter auf dem Hut überreicht oder auf der blanken Klinge mit dem Gruß „Weidmannsheil“,
Schütze nimmt den Bruch mit den Worten „Weidmannsdank“ entgegen und steckt ihn an die rechte Hutseite.


3.13 Hundebruch
Anerkennung für erfolgreiche Nachsuche, kleiner Teil des Schützenbruches wird dem Hund an die Halsung gesteckt.

3.14 Trauerbruch
Wird auf der linken Hutseite getragen, gewendet (Beerdigung eines Jägers)
