Schulungsmaterial für die Jungjägerausbildung

9 Klasse Säugetiere

9.1 Familie der Bilche

Wälder profitieren von diesen kleinen Säugern, da sie wichtige Mykorrhizapilze und Baumsamen verbreiten (Mykorrhiza ist eine Symbiose von Pilzen und Pflanzen). Außerdem sind Füchse und andere Säugetiere auf Bilche als Nahrung angewiesen. 

9.1.1 Merkmale

  • Auffallend langer, buschiger Schwanz
  • Sehr große Augen
  • Kleine, runde Ohren  

9.1.2 Lebensweise

  • Leben vorzugsweise in Bäumen und Büschen
  • Nachtaktiv
  • Im Sommerhalbjahr tagsüber in einem kugeligen Nest in Bäumen und Sträuchern bzw. in Gebäuden (Siebenschläfer)
  • Winterschlaf unter der Erde (Siebenschläfer: 7 Monate!)

9.1.3 Nahrung

  • Nüsse, Rinde, Knospen, Samen, aber auch Insekten und Eier

9.1.4 Fortpflanzung

  • Jährlich ein Wurf mit 4 bis 6 Jungen, (hohe Lebenserwartung, 5 – 9 Jahre) 

9.1.5 Feinde

  • Eulen, Marder, Wiesel, Fuchs

9.1.6 Vertreter

  1. Baumschläfer
  2. Haselmaus
  3. Siebenschläfer
  4. Gartenschläfer

9.2    Familie der Fledermäuse

9.2.1 Merkmale

Flugfähige Säugetiere, die sich durch Ultraschall (Echopeilung) orientieren. Hinterbeine dienen in der Ruhephase zum Aufhängen im Quartier.

9.2.2 Lebensweise

In der Regel nachtaktiv, zum Schlafen ziehen sich Fledermäuse in Höhlen, Felsspalten, Dachböden, Ruinen oder verlassenen Minen zurück. Bei allen heimischen Fledermäusen lassen sich Sommer- und Winterquartiere unterscheiden. Im Spätsommer suchen die Fledermäuse für den Winterschlaf geeignete Winterquartiere, die ihnen während der kalten Monate Schutz vor der Witterung und vor Feinden bieten. Sehr gut geeignet sind Höhlen, Stollen und Festungsanlagen.

9.2.3 Nahrung

Vorwiegend Insekten (Nachtfalter, Käfer), die sie im Flug erbeuten (Ultraschall-Echoortung); eine Fledermaus frisst pro Nacht eine Insektenmenge, die etwa einem Drittel ihres eigenen Körpergewichts entspricht.

9.2.4 Fortpflanzung

Jährlich 1 Junges, das anfangs gesäugt wird. Diese niedrige Fortpflanzungsrate wird durch die im Vergleich zur geringen Körpergröße sehr hohen Lebenserwartung von 20 bis 30 Jahren ausgeglichen. Die Weibchen finden sich zu Wochenstuben zusammen, in denen die Jungen geboren und gemeinsam aufgezogen werden. Die Wochenstuben umfassen meistens 20 bis 50 Muttertiere, die sich alljährlich wieder zusammenfinden. Dabei lassen sie die Jungtiere im Quartier zurück, wo sie gemeinsam mit anderen verlassenen Jungtieren regelrechte Fledermaustrauben bilden. Nach dem Jagdflug erkennt jede Mutter ihr Junges und setzt es an ihren Zitzen zum Säugen an.

9.2.5 Feinde

Raubwild, Raubzeug, Greifvögel, Eulen

9.2.6 Vertreter

Insgesamt 25 Arten: z. B. Großer und Kleiner Abendsegler (typische Baumhöhlenbewohner), Große und Kleine Hufeisennase, Großes und Kleines Mausohr (typische Dachbodenbewohner), Große und Kleine Bartfledermaus, Bechsteinfledermaus, Mopsfledermaus

9.2.7 Rückgangsursachen

Einsatz von Pestiziden – weniger Nahrung verfügbar

Zunehmende Zerstörung von Fledermausquartieren

Verwendung von hochgiftigen Holzschutzmitteln, z. B. in Dachstühlen

9.2.8 Hilfe

Anbringen von Fledermausspaltenkästen als Sommerquartier (z. B. an Kanzeln)

9.3 Sonstige Säugetiere

9.3.1 Insektenfressende Säugetiere

  • Igel
  • Maulwurf
  • Spitzmaus
  • Fledermäuse (siehe Abschnitt 9.2)

9.4 Winterschlaf

Als Winterschlaf bezeichnet man einen schlafähnlichen Zustand, in den bestimmte Säugetiere unter Herabsetzung ihrer Körpertemperatur, der Atmung und der Herzfrequenz während der kalten Jahreszeit verfallen. Die Körpertemperatur sinkt dabei meist auf Werte zwischen 1 und 9 °C ab; Atempausen können bis zu 1 Stunde betragen. Das Herz schlägt nur noch 2- bis 3-mal pro Minute. Nahrung wird während der Zeit des Schlafes nicht aufgenommen. Die Tiere zehren stattdessen von ihren Fettreserven.                             

9.4.1 Winterschlafende Säugetiere

  • Fledermäuse (siehe Abschnitt 9.2)
  • Igel
  • Feldhamster
  • Murmeltier
  • Bilche (siehe Abschnitt 9.1)  

9.5 Winterruhe

Die Winterruhe ist ein Zustand, bei dem der Energiebedarf von Säugetieren stark eingeschränkt wird. Damit reagieren die Tiere auf die ungünstigen Außenbedingungen, die in der Regel mit einem eingeschränkten Nahrungsangebot einhergehen. Die Winterruhe ist nicht mit dem Winterschlaf zu verwechseln, bei dem der Stoffwechsel drastisch herabgesetzt wird. Winterruher senken ihre Körpertemperatur im Winter um nur wenige Grad ab, dafür wird aber die Herzschlagfrequenz vermindert. Winterruhe haltende Tiere erwachen mehrmals während des Winters, um Beute zu suchen, Vorräte zu sammeln oder von gesammelten Vorräten zu fressen.

9.5.1 Winterruhende Säugetiere

  • Dachs
  • Waschbär
  • Marderhund
  • Eichhörnchen (Baut kugeliges Nest [Kobel], Winterruhe im Kobel)