Schulungsmaterial für die Jungjägerausbildung

4 Das Streckelegen

Die besondere Note und Würze eines Jagdtages und ein runder Ausklang im Revier kann das Strecke legen nach einer Gesellschaftsjagd sein. Erfolgt das Strecke legen bei bereits einsetzender Dämmerung, so erhöhen brennende Fackeln oder Feuerkörbe den Reiz dieses Brauches.

Achtung: wir behandeln hier das traditionelle Streckelegen; es kann hiervon vor allem aus wildbrethygienischer Sicht Abweichungen geben. Zum Beispiel wird nur ein Stück je Wildart zur Strecke gelegt. Oder das gesamte erlegte Wild wird aufgehängt statt zur Strecke gelegt. Unabhängig davon, wie genau es im Einzelfall ausgeführt wird: wer die Abschaffung dieses Brauchs fordert, verliert auch einen wesentlichen Teil der Jagd, nämlich die Jagd tiefer zu erleben.

4.1 Allgemeine Regeln für das Streckelegen

Der Streckenplatz wird mit Reisig einer bruchgerechten Holzart ausgelegt.

Alles Schalenwild wird aufgebrochen zur Strecke gelegt.

  • Alles Wild liegt auf der rechten Körperseite
  • Der Jagdleiter steht vor der Strecke
  • Die Schützen stehen mit geöffneter Waffe und Hut hinter dem Jagdleiter
  • Bläser, Treiber und Hundeführer stehen hinter der Strecke
  • Das Legen der Strecke erfolgt reihenweise der Stärke nach (Schalenwild: männlich vor weiblich, Cerviden, Boviden, Schwarzwild, Rehwild), Hochwild vor Niederwild/Feldhühner vor Wasserwild
  • Jedes 10. Stück in der Reihe wird eine ½ Wildlänge vorgezogen
  • Niemals über die Strecke treten; dies wird als Missachtung des Wildes ausgelegt

4.1.1 Beispiel für eine Drückjagdstrecke

4.1.2 Beispiel für eine Niederwildstrecke nach einer Treibjagd 

4.2 Nach dem Streckelegen

Überreichung der Schützenbrüche durch den Jagdleiter an die erfolgreichen Schützen (Schalenwild, Fuchs)

Verblasen der Strecke = Totsignale (entsprechend der Reihenfolge der Strecke, z.B. Sau tot, Reh tot, Fuchs tot)

Zum Schluss Signale „Jagd vorbei“ – „Halali“ – „Zum Essen“ (Schüsseltreiben)