Schulungsmaterial für die Jungjägerausbildung
12 Klasse Insekten bzw. Kerbtiere
Insekten stellen die weltweit größte Tiergruppe mit mehreren Millionen Arten dar.
Unter den Insekten sind z. B. alle Tagfalter (Ausnahme: Kohlweißling), Wildbienen, Waldameisen und die Hornissen besonders oder streng geschützt.
12.1 Merkmale
Der Körper der Insekten setzt sich aus drei Teilen zusammen:
Kopfkapsel, Brustteil, Hinterleib. Anstelle eines inneren Skeletts haben sie ein festes Außenskelett (Chitinpanzer). Insekten haben drei Beinpaare.
12.2 Fortpflanzung
Ei – Larve – Puppe – Insekt
Kerbtiere pflanzen sich durch Eier fort. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die fressen und wachsen; die Larven verpuppen sich (in dieser Phase erfolgt keine Nahrungsaufnahme) – aus den Puppen schlüpft schließlich das fertige Insekt (Metamorphose).
12.3 Vertreter
Libellen, Bienen, Hummeln, Rote Waldameise, Tagfalter, Schlupfwespe, Hirschkäfer,
Insekten sind u. a. Nahrungsgrundlage für zahlreiche insektenfressende Tierarten (z. B. Hühnervögel). Unzählige Insektenarten sind in ihrem Bestand durch die Anwendung von Pestiziden gefährdet.
12.4 Staatenbildende Insekten
Ameisen, einige Bienenarten, Hummeln, Hornissen, Wespen
Folgende Vertreter der staatenbildenden Insekten sind für uns wichtig:
12.4.1 Rote Waldameise
Die Rote Waldameise zeichnet sich durch ihre kräftigen Mundwerkzeuge aus. Im Angriffsverhalten beißen die Waldameisen ihren Feind und spritzen Säure in die Wunde. Sie können selbst größere Tiere – wie beispielsweise eine tote Maus – gemeinsam zu ihrem Nest schleppen.
Merkmale der Roten Waldameise
Kräftiger Körper; Kopf und Hinterleib schwarz, Brust rotbraun; Ameisenköniginnen besitzen zur Paarungszeit Flügel, die anschließend abgeworfen werden; Arbeiterinnen sind immer flügellos. Männchen dagegen haben immer Flügel
Verbreitung/Lebensraum

Rote Waldameisen besiedeln gut besonnte Stellen am Rand von Laub- und Nadelwäldern aller Art. Sie bauen große kuppelförmige Nester aus Koniferennadeln mit darunter liegendem tiefem Erdbau; der Staat ist mehrjährig. Meist bildet die Rote Waldameise große Völker und auch mehrere Nester umfassende Kolonieverbände.
Nahrung
Die Rote Waldameise ernährt sich vorwiegend von Insekten und Honigtau (zuckerhaltige Exkremente von Blattläusen; Blattläuse werden zu diesem Zweck von Ameisen regelrecht gemolken). Die Insekten sind allerdings viel wichtiger als der Honigtau, da nur aus ihnen das für die Königin wichtige Eiweiß gewonnen werden kann. Insbesondere wegen der Vertilgung großer Mengen an forstschädlichen Insekten gilt die Rote Waldameise als ausgesprochen nützlich. Pro Tag vertilgt ein Ameisenvolk in einem Umfeld von ca. 40 bis 50 m rund um den Ameisenbau Zehntausende Schädlinge.
Lebensweise

Es gibt Arbeiterinnen (Größe: ca. 7 mm), Königinnen (Größe: ca. 11 mm) und Männchen (Größe ca. 11 mm). Männchen und Königinnen sind geflügelt, Letztere verlieren nach der Paarung die Flügel. Im Frühjahr findet man neben Eiern und Larven eine, manchmal mehrere oder auch viele ungeflügelte Königinnen, die sich auf das Eierlegen beschränken und bis zu 15 Jahre alt werden können. Die Arbeiterinnen, die ca. 3 Jahre alt werden können, pflegen die Brut, holen Futter, besorgen den Nestbau und verteidigen notfalls den Staat. Anfang Juni schlüpft die neue Generation aus, bestehend aus Männchen, Königinnen und Arbeiterinnen. Von diesen verlassen im Hochsommer die geflügelten Königinnen und Männchen das Nest zum Hochzeitsflug. Die Männchen gehen danach ein, während die befruchteten Königinnen ihre Flügel verlieren und oft weitab vom heimatlichen Nest einzeln neue Kolonien gründen.
Besonderheiten
Rote Waldameisen jagen in größeren Mengen Insekten, darunter auch Forstschädlinge. Sie gelten deshalb in den Wäldern als nützlich und werden oftmals in Eigeninitiative geschützt (z. B. durch Drahtkäfige zum Schutz vor Dachs und Grünspecht). Die Larven und Puppen sind ein wichtiges Kükenfutter für Hühnervögel.
Gefährdung und Schutz
Rote Waldameisen und ihre Nester sind in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.
12.4.2. Hornissen

Größte heimische Hautflüglerart, nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Die männlichen Tiere werden als Drohne bezeichnet (auch bei Wespen, Bienen und Hummeln).
Nahrung
Larven werden mit Insekten gefüttert; Hornissen jagen und fressen gern Wespen.
Fortpflanzung
Staatenbildend; Hornissen bauen Papiernester (zerkautes Holz) in Baumhöhlen, Nistkästen oder auch in Kanzeln. Der Staat ist 1-jährig, nur die junge Königin überwintert.
12.5 Hirschkäfer
Der Hirschkäfer gehört zu den größten und auffälligsten Käfern in Europa. Seinen Namen erhielt der Hirschkäfer aufgrund der geweihartig vergrößerten Mandibeln (Oberkiefer) beim männlichen Hirschkäfer. Dem Weibchen fehlt dieses Geweih.
12.5.1 Lebensraum
Vor allem in alten Eichenwäldern


12.5.2 Nahrung
Larven leben vom toten Holz alter Eichen, erwachsene Käfer lecken Baumsäfte, vor allem an Eichen. Der Hirschkäfer trägt aufgrund seiner Lebensweise (Verzehr von Totholz) zur Humusbildung bei und ist daher für den Stoffkreislauf im Wald sehr nützlich.
12.5.3 Fortpflanzung
Weibchen legt 50 bis 100 Eier einzeln in moderndes Eichenholz (Stubben).Larvendauer etwa 5 Jahre. Lebenszeit der adulten Tiere nur wenige Wochen.
12.5.4 Gefährdung und Schutz
Der Hirschkäfer ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.
12.6 Schmetterlinge (Nachtfalter)
- Nachtpfauenauge
- Forleule
- Birkenspanner
- Brauner Bär
- Eichenprozessionsspinner
- Rotes Ordensband
12.7 Schmetterlinge (Auswahl an Tagfaltern)





