Schulungsmaterial für die Jungjägerausbildung
5 Die wichtigsten Infektionskrankheiten
5.1 Tollwut
Tollwut ist die wichtigste Zoonose, da sie nach Ausbruch immer tödlich endet; weltweit jährlich etwa 60.000 Todesfälle bei Menschen (vor allem in Asien und Afrika). Seit September 2008 gilt Deutschland offiziell als frei von Wildtollwut. Vorkommen: hauptsächlich Hundeartige (Fuchs, Dachs, aber auch Waschbär)
5.1.1 Krankheitsbeschreibung
- Inkubationszeit: 5 Tage bis 6 Monate, abhängig von der Bissstelle
- Die Krankheit verläuft typischerweise in drei Stadien. Jedes Stadium dauert ca. 3 Tage.
- Stadium: Unruhe, Verlust der Scheu
- Stadium: Erregungsstadium, Angriffslust (kann z. T. entfallen; stille Wut z. B. beim Reh)
- Stadium: fortschreitende Lähmung, Wasserscheue, Tod
5.1.2 Übertragung
- Das Virus befindet sich im Speichel.
- Es wird durch Biss eines tollwutkranken Tieres übertragen.
- Je höher dabei die übertragene Virusmenge ist, desto stärker verläuft die Tollwut.
- Das Virus gelangt über die Nervenbahnen zum Gehirn (ca. 1 cm pro Tag).
5.1.3 Übertragung auf Mensch/Haustier
- Die Tollwut ist eine für den Menschen hochgefährliche Zoonose.
- Wenn die Tollwut ausgebrochen ist, endet sie immer tödlich.
- Eine Übertragung ist zwar grundsätzlich von allen Säugetieren möglich, Hauptüberträger ist aber der Fuchs.
- Bei Reisen nach Asien oder Afrika ist eine Impfung empfehlenswert (weltweit sterben jährlich ca. 60.000 Menschen an Tollwut, vor allem in Asien und Afrika, in Indien ca. 35 % aller Fälle weltweit).
- Seit 2008 gilt Deutschland offiziell als frei von Wildtiertollwut.
- Aktuell tritt immer noch die Tollwut bei Fledermäusen auf (anderer Virusstamm).
5.1.4 Bekämpfung
- Anzeigepflicht beim VLA (bereits bei Verdacht); Fuchs untersuchen lassen!
- Fuchs als Hauptüberträger intensiv bejagen
- Hunde regelmäßig impfen
5.1.5 Wie behandelt man einen erlegten tollwutverdächtigen Fuchs?
- Anzeigepflicht beim VLA
- Einmalhandschuhe anziehen
- Mundschutz tragen (wegen Fuchsbandwurmeiern im Fuchsbalg)
- Fuchsbalg nass machen (ins Wasser tauchen wegen Fuchsbandwurmeiern im Fuchsbalg)
- Fuchs in stabilen, flüssigkeitsdichten Kunststoffsacksack packen und vor Menschen und Tieren sichern
- Nicht zusammen mit Schalenwild transportieren!
- Für Untersuchungszwecke zur Verfügung stellen
Merke: Bis Fuchsgröße muss das ganze Tier, bei größeren Tieren nur das Haupt zu Untersuchungszwecken abgeliefert werden. Trophäen dürfen bei tollwutverdächtigen Tieren nicht abgeschlagen werden. Tollwutverdächtigem Wild muss sofort nachgestellt werden.
5.2 Klassische Schweinepest (KSP)
Die KSP verursacht immense wirtschaftliche Verluste in Schweinehaltungsbetrieben und in der Landwirtschaft.
Von der Klassischen Schweinepest sind vor allem Frischlinge und Überläufer betroffen. Die Schweinepest ist nicht auf Menschen übertragbar!
5.2.1 Krankheitsbeschreibung
- Inkubationszeit: akut: 3 bis 8 Tage (vor allem bei Frischlingen und Überläufern)
- Bei atypischer Verlaufsform: 4 Tage bis 3 Wochen
- Die Tiere scheiden das Virus bereits in der Inkubationszeit über Nasen-, Rachen-, Augensekret und Speichel, später auch über Urin und Kot aus.
- Oft verenden erkrankte Sauen nach 3 bis 7 Tagen.
- Von der Klassischen Schweinepest sind vor allem Frischlinge und Überläufer betroffen, ältere Sauen können genesen.
5.2.2 Erkennungsmerkmale vor dem Schuss
- Erkrankte Sauen sind unvorsichtiger, sie sondern sich von der Rotte ab.
- Sie haben hohes Fieber, suchen deshalb Wasserstellen auf, z. B. eine Suhle.
- Erbrechen, Durchfall
- Schwankende Bewegungen durch Hinterhandschwäche
- Im weiteren Verlauf nehmen die Lähmungen zu.
- Erkrankte Sauen zeigen keine Scheu vor Menschen.
5.2.3 Erkennungsmerkmale nach dem Schuss
Aufgebrochen wird nur, wenn es vor dem Schuss keinen Verdacht gab! Fallwild wird nicht aufgebrochen. Beim Aufbrechen fangen wir beim Schwarzwild immer mit dem Drosselschnitt an; bei an Schweinepest erkrankten Sauen finden sich punktförmige, stecknadelkopfgroße Blutungen, vor allem auf:
- dem Kehlkopfdeckel (Drosselknopf),
- den Nieren und
- der Harnblase

5.2.4 Übertragungswege
Es gibt folgende Möglichkeiten:
- Direkt über Losung, Kontakt Tier zu Tier (z. B. Augen-, Nasensekret)
- Indirekt über infiziertes Futter (Schlachtabfälle, Kadaver von verendetem Schwarzwild, unsachgemäß entsorgter Aufbruch. Im Schweiß kann das Virus bis zu 1 Jahr ansteckungsfähig bleiben.)
- Das Virus wird passiv verschleppt, z. B. durch Ratten, Mäuse, Greife, Rabenvögel, Füchse, Dachse. Übertragung ist möglich durch Schweiß von erkrankten Sauen (Hygiene beim Aufbrechen und Transport).
- Übertragung ist möglich durch Schweiß von erkrankten Sauen (Hygiene beim Aufbrechen und Transport).
- Die Hauptverbreitung erfolgt durch den Menschen (z. B. über Entsorgung von Rohwurst) oder durch mit Viren verunreinigte Bekleidung, Fahrzeuge und Trophäen (Keilerwaffen) bei der Jagdausübung!
5.2.5 Bekämpfung
- Anzeigepflicht
- Erlegtes oder verendet aufgefundenes, seuchenverdächtiges Wild (sogenannte Indikatortiere) zunächst im Revier liegen lassen, verblenden, verwittern, sofort VLA verständigen und dessen Anordnungen Folge leisten. In der Nacht bzw. am Wochenende: Polizei informieren.
- Sperrbezirk im 3-km-Radius (durch die Veterinärbehörde veranlasst)
- Bei KSP: Impfungen (veranlasst durch die Veterinärbehörde)
- Einzeljagd, keine Gesellschaftsjagden (lt. Bekämpfungsrichtlinien)
- Vor allem Frischlinge intensiv bejagen und erkrankte Stücke erlegen, Bestand verringern (auch gestreifte Frischlinge erlegen!)
- Schwarzwildaufbruch unschädlich beseitigen
- Beteiligung an Überwachungsprogrammen (Monitoring, z. B. Blutproben sammeln) zur Früherkennung von KSP und ASP.
5.3 Afrikanische Schweinepest (ASP)
5.3.1 Krankheitsbeschreibung
Siehe KSP (5.2)
- Im Unterschied zur KSP ist die ASP für alle Altersklassen gleich schädlich und führt innerhalb von ca. 1 Woche zum Tod der Tiere.
- Äußerlich ist die ASP nicht von der KSP zu unterscheiden, nur durch Erregernachweis.
- Gegen die ASP ist noch kein Impfstoff vorhanden!
- Das Hauptverbreitungsgebiet der ASP sind afrikanische Länder südlich der Sahara.
- Vermutlich wurde die ASP aus Afrika nach Georgien eingeschleppt.
- Im Juni 2007 wurden die ersten ASP-Ausbrüche aus Georgien gemeldet.
- Als Ursache wird die illegale Entsorgung von Speiseabfällen vermutet, die den ASP-Erreger enthielten.
- Seit September 2020 tritt die ASP auch in Deutschland auf (Brandenburg, Sachsen, von 2021 bis 2023 in M-V).
5.3.2 Bekämpfung
- Anzeigepflicht
- Auch das Auftreten von Fallwild beim Schwarzwild muss der Veterinärbehörde angezeigt werden.
- Besonders sorgsam muss mit allen Dingen umgegangen werden, die Schweißkontakt hatten! Dazu gehören z. B. auch Stiefel, Wildwannen, Messer und Kleidungsstücke sowie Fahrzeuge. Gelangt z. B. Schweiß in den Boden, können die Viren dort sehr lange infektiös bleiben; man geht von ca. 1 Jahr aus!
- Richtiges Verhalten, wenn ein Jäger ein verendetes Stück Schwarzwild findet (sowohl bei KSP als auch bei ASP): Fundort markieren, das verendet aufgefundene Stück Schwarzwild verblenden und verwittern, dann Anruf beim zuständigen Veterinäramt des Landkreises oder der Leitstelle (Rufnummer 110)
- Alles Weitere erfolgt auf Weisung des VLA.
- Das Veterinäramt lässt den Wildkörper durch eigene oder andere Kräfte bergen.
- Der Jäger transportiert das Stück Schwarzwild nur, wenn er hierfür vom Veterinäramt biosicher ausgerüstet und entsprechend eingewiesen wurde!
5.3.3 Monitoring ASP und KSP
Aktuell sind die Jäger in MV verpflichtet, von 10 % der Schwarzwildstrecke Blutproben zu nehmen und diese beim VLA abzugeben. Die Blutprobe wird in einem Röhrchen zusammen mit einem Probenbegleitschein abgegeben. Der Probenversand erfolgt zeitnah und gekühlt (ca. +4 °C).

5.4 Myxomatose
- Die Myxomatose kommt ursprünglich aus Südamerika.
- Sehr verlustreiche Seuche der Wildkaninchen / Feldhasen
- Aufgrund der Übertragungswege liegt der Höhepunkt des Infektionsgeschehens im Herbst.
- Wurde 1952 in Europa absichtlich eingeführt, um die Kaninchenbesätze zu verringern.
- Seitdem hat sich ein zyklischer Verlauf eingestellt, proportional zum Auf und Ab der Kaninchenbesätze.
- Sie wird aufgrund der äußeren Symptomatik auch Löwenkopfkrankheit genannt.
- Wird die Myxomatose einmal überlebt, ist das Kaninchen resistent.
- Überlebende Tiere sind die Basis für den Neuaufbau des Kaninchenbesatzes.
5.4.1 Krankheitsbeschreibung
- Inkubationszeit: 3 bis 10 Tage
- Schwellungen im Kopfbereich (daher der Name Löwenkopfkrankheit)
- Augenlider häufig entzündlich geschwollen durch bakterielle Sekundärinfektionen
- Tiere sind fast blind und orientierungslos
- Es bilden sich knotenförmige Verdickungen der Haut an den Löffeln, am Äser, am Weidloch und an den Geschlechtsorganen.
- Nach evtl. Heilung bleiben Narben am Kopf und Löffelgrund.
- Ca. 50 % der Tiere verenden.
5.4.2 Übertragung
- Ansteckung hauptsächlich durch Insektenstiche (Kaninchenfloh, Stechmücken)
- Kontaktinfektion
- Aufnahme verseuchten Futters
5.4.3 Übertragbarkeit auf Haustiere
- Übertragung auf Kaninchen (Stallhasen) möglich
5.4.4 Bekämpfung
- Kranke, seuchenverdächtige Tiere erlegen
- Genussuntauglich; unschädliche Beseitigung in TKBA
5.5 Maul- und Klauenseuche (MKS)
- Zoonose
- Hochansteckende Viruserkrankung bei Rindern, Schweinen, Ziegen, Schafen
- Das Auftreten von MKS ist mit schwerwiegenden Folgen für die betroffenen Länder verbunden
- Beim Wild ist Schalenwild betroffen
5.5.1 Krankheitsbeschreibung
- Am Eintrittsort des Erregers bilden sich Blasen, die mit einer gelblichen Flüssigkeit gefüllt sind.
- Am häufigsten finden sich die Blasen am Lecker. Durch Platzen derselben werden Viren frei.
- Es entsteht eine dunkelrote Wundfläche und Speichelfluss tritt auf.
- Sind die Schalen (Schalenzwischenräume) mit betroffen, kommt es zum Lahmen. Später verschorfen die Wundflächen und heilen ab. Die Krankheit endet selten tödlich.
- Gelegentliches Ausschuhen ist möglich.
5.5.2 Übertragung
- Beim Wild in der Regel über verunreinigte Äsung
- Das Virus wird auch mit der Flüssigkeit aufgeplatzter Blasen verbreitet
5.5.3 Übertragbarkeit auf Mensch/Haustier
- Ist möglich, in der Regel gutartiger Verlauf
5.5.4 Bekämpfung
- Anzeigepflicht
- Kranke Stücke erlegen, Wild auf Anweisung entsorgen,
- Messer, Kleidung, Schuhwerk desinfizieren (Formalin)
5.6 Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut, Juckseuche)
- Fieberhafte Virusinfektion (Herpesviren)
- Für den Hund tödliche Gefahr; es gibt keine Impfung!
- Kommt vor allem bei Schwarzwild vor, kann bei Stress immer wieder ausbrechen.
5.6.1 Krankheitsbeschreibung
- Erkrankte Sauen haben Fieber, Husten und Atembeschwerden.
- Lungenentzündung
- Andere Tiere (Hunde) scheuern sich so stark, dass blutige Aufschürfungen entstehen, z. T. kommt es zur Selbstverstümmelung (Beknabbern der Läufe). Nach wenigen Stunden bis einigen Tagen treten Lähmungserscheinungen (vor allem der Hinterläufe) auf, bis die Tiere schließlich verenden.
5.6.2 Übertragung
- Ausscheidung über Nasen- und Rachensekret, Urin oder Milch bzw. beim Deckakt
5.6.3 Übertragbarkeit auf Haustiere
- Tödlich für Hunde; tollwutähnlicher Verlauf (Pseudowut), aber vom Hund nicht weiter übertragbar
- Beim Hund tritt starker Juckreiz auf, der zur Selbstverletzung durch Benagen, Scheuern und Kratzen führen kann.
- Die Krankheit verläuft als Infektion des Zentralnervensystems meist innerhalb weniger Tage tödlich.
- Keine Impfung, keine Behandlung möglich!
- Durchseuchung Schwarzwild in MV: ca. 16–18 % (durch Antikörpernachweis)
5.6.4 Bekämpfung
- Abschuss, Fallwild beseitigen
- Wildbret genussuntauglich
- Hund nie mit rohem Schweinefleisch genossen machen, Vorsicht bei Kontakt mit Schwarzwild walten lassen!
5.7 Geflügelpest (Vogelgrippe)
- Zoonose (H5N1-Virus)
- meist tödlicher Verlauf
- Betroffen sind vor allem Gänse, Enten, Schwäne, Rallen, Fasane, aber auch Säugetiere.
5.7.1 Krankheitsbeschreibung
- Meist ist der Ausbruch der Geflügelpest mit gehäuften Todesfällen verbunden.
- Trat bis vor wenigen Jahren vor allem im Winter (Notzeiten) auf, mittlerweile ganzjährig.
- Entweder Tod innerhalb von 2 Tagen oder chronischer Verlauf:
- Durchfall
- Atembeschwerden
- Bein- und Flügellähmungen. Kreisbewegungen, oft mit Todesfolge, weil Raubwild die erkrankten Tiere leicht greifen kann
- Insgesamt schwer zu erkennen, verdächtige Tiere untersuchen lassen
5.7.2 Übertragung
- Ausscheidung über Kot, Nasen-, Rachensekret oder mit den Eiern.
- Die Haupteintrittspforte sind Schleimhäute, die Übertragung erfolgt über Luft, Futter, Wasser.
5.7.3 Übertragbarkeit auf Haustiere
- Fasanerien, Geflügelbetriebe (z. B. Hühner, Gänse, Puten)
5.7.4 Bekämpfung
- Anzeigepflicht
- Wenn bei Wildvögeln ein Fall von Geflügelpest auftritt, sind behördlicherseits Maßnahmen zu ergreifen, um ein Übergreifen der Infektion auf Hausgeflügelbestände zu verhindern. So sind um jeden Fundort eines infizierten Wildvogels ein Sperrbezirk von mindestens 3 km Radius und ein Beobachtungsgebiet von mindestens 10 km Radius für 30 Tage einzurichten.
5.8 FSME
- Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Krankheit.
- Das Virus greift das zentrale Nervensystem des Menschen an.
- Das FSME-Virus wird von Zecken auf den Menschen übertragen.
- Die FSME-Viren sind im Speichel der Zecke und können deshalb nach einem Zeckenstich sofort in die Wunde übergehen.
- Die Gefahr, nach einem Zeckenstich in den Risikogebieten an FSME zu erkranken, liegt neuen Erkenntnissen zufolge bei 1:150.
- FSME – Impfung ist möglich
5.8.1 Symptome und Verlauf der FSME beim Menschen
Ein FSME-Patient erlebt im typischen Fall die Krankheit in zwei Stadien:
Stadium 1:
Die FSME beginnt mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich
einer Sommergrippe. Unter Umständen ist die Erkrankung damit überstanden.
Stadium 2:
- Bei einem Teil der Infizierten befällt das Virus das zentrale Nervensystem. Die mildeste Form ist in diesem Fall eine Hirnhautentzündung (Meningitis).
- Die Symptome sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und häufig ein steifer Nacken.
- Eine schwere Form der FSME ist die Gehirnentzündung (Enzephalitis). Hier sind nicht nur die Hirnhäute, sondern das ganze Gehirn von der Erkrankung betroffen.
5.9. Hepatitis E
Zoonose
5.9.1 Krankheitsbeschreibung
- Hepatitis E tritt als akut verlaufende Leberentzündung weltweit auf.
- Durchschnitlich 15 % des erlegten Schwarzwilds in Deutschland tragen das Hepatitis-E-Virus.
- Die infizierten Tiere zeigen in der Regel keine Erkrankungszeichen, können das Virus aber auf den Menschen übertragen.
5.9.2 Übertragung
Die Übertragung vom Tier (z. B. Wild- und Hausschwein) über tierische Lebensmittel auf den Menschen stellt den sehr wahrscheinlich wichtigsten Infektionsweg dar.
5.9.3 Bekämpfung
Das Tragen von Einmalhandschuhen beim Aufbrechen, Abschwarten und Zerwirken von Schwarzwild ist sehr wichtig, da es einen wirksamen Schutz vor einer Übertragung des Hepatitis-E-Virus bietet.

5.10 Blauzungenkrankheit
- Das Virus wurde erstmalig 2006 in Deutschland nachgewiesen.
- Die Krankheit führt zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen bei Rindern, Schafen und Ziegen.
- Je nach Krankheits- / Virusvariante hohe Sterblichkeit
5.10.1 Krankheitsbeschreibung
- Betroffen sind Wiederkäuer
- Symptome ähnlich wie bei der Maul- und Klauenseuche
- Entzündungen am Äser, Lecker und an den Geschlechtsorganen
- Vermehrter Speichelfluss
- Blasen an Lecker, Äser, Schalen
- Blaurote Färbung des Leckers
5.10.2 Übertragung
- Wird durch kleine Insekten (Gnitzen) übertragen
5.10.3 Bekämpfung
- Anzeigepflicht
- Wildbret genussuntauglich
- Impfungen wie im Nutztierbereich sind in der Wildbahn nicht durchführbar
- Für den Menschen ungefährlich, also keine Zoonose