Schulungsmaterial für die Jungjägerausbildung

4 Einteilung der Jagdwaffen

Waffen für die Jagd
kalte Waffen Schusswaffen
LangwaffenKurzwaffen
BüchsenFlintenkombinierte Waffen
starrer LaufKipplaufstarrer LaufKipplaufKipplauf
Jagdtaschen-messerRepetierbüchseKipplaufbüchseRepetierflinteeinläufige KipplaufflinteDrillingPistole
JagdmesserBlockbüchseDoppelbüchsePump-GunDoppelflinteBockbüchsflinteRevolver
JagdnickerEinzelladebüchseBockbüchsehalbautom. FlinteBockflinteBüchsflinte
Weidblatt (Weidbesteck)halbautom. BüchseBüchsdrillingFlintendrillingVierling
HirschfängerBergstutzenBockdrilling
Saufeder

4.1 Kalte Waffen:

Kalte Waffen dienen zum Abfangen, Versorgen und Zerwirken von Wild

4.1.1 Jagdtaschenmesser

Zum Versorgen und Zerwirken

Mit feststellbarer Klinge (lt. UVV)

Klingenlänge ca. 8 – 10 cm

4.1.2 Jagdmesser

  • Zum Versorgen und Zerwirken
  • Mit feststehender Klinge
  • Klingenlänge ca. 10 cm

4.1.3 Jagdnicker

  • Zum Versorgen und Zerwirken
  • Mit feststehender Klinge
  • Klingenlänge ca. 10 cm
  • Zum Abnicken von Rehwild verwendet (heute unüblich)

4.1.4 Weidblatt bzw. Standhauer

  • Zum Abfangen von Schalenwild und zum Freimachen eines Standes
  • Breite, lange, dicke Klinge mit Parierstange 
  • Klingenlänge ca. 20 cm

4.1.5 Weidbesteck

  • Kombination von Weidblatt und Jagdnicker
  • Jagdnicker ursprünglich zum Abnicken von Rehwild
  • Weidblatt zum Abfangen (Schalenwild töten durch Stich in die Kammer)

4.1.6 Hirschfänger

  • Früher zum Abfangen, heute v.a. zur Dekoration/Repräsentation
  • Lange, dünne Klinge mit Parierstange 
  • Klingenlänge über 25 cm

4.1.7 Saufeder

  • zum Abfangen von Schwarzwild, (heute kaum noch üblich, daher oft nur zur Dekoration) 
  • Klinge mit Parierstange und lederumwickeltem Eschenholzschaft (2 m lang)

4.2 Schusswaffen

4.2.1 Langwaffen

… dies sind Schusswaffen, deren Lauf und Verschluss in geschlossener Stellung insgesamt länger als 30 cm sind und deren kürzeste bestimmungsgemäß verwendbare Gesamtlänge 60 cm überschreitet;

Büchsenläufe

Schalenwild darf in Deutschland nicht mit Schrot, Posten oder gehacktem Blei (auch nicht als Fangschuss) erlegt werden.

Beim Büchsenschuss wird ein Einzelgeschoss durch einen gezogenen Lauf oder Polygonlauf getrieben.

Zug- und Feld-Profil 

(gezogener Lauf) mit schraubenförmigen Windungen (Zugdurchmesser ca. 0,2 – 0,3 mm weiter als der Felddurchmesser)

Polygonprofil 

(Vieleck mit abgerundeten Ecken, ebenfalls mit schraubenförmigen Windungen)

Zweck: Das Geschoss erhält eine Drehbewegung um seine Längsachse (Drall) zur Stabilisierung der Flugbahn (Voraussetzung für die Schusspräzision auf weite Entfernungen). Der Drall verhindert, dass sich das Geschoss überschlägt.

Beispiele für Büchsen unterschiedlichster Bauart

Merke: Ein Bergstutzen ist eine Kipplaufwaffe mit 2 Büchsenläufen unterschiedlichen Kalibers!

Mit „Stutzen“ werden dagegen Gewehre bezeichnet, die bis zur Mündung geschäftet sind.

Flintenläufe

  • Stets glatter Lauf, ohne Profil
  • aus Schrotläufen werden Schrotpatronen und/oder Flintenlaufgeschosspatronen verschossen,
  • mit Würgebohrung = Choke Bohrung = Laufverengung oder –aufweitung im Mündungsbereich,
  • Zweck der Choke Bohrung: Verminderung der Streuung der Schrotgarbe zur Vergrößerung der wirksamen Schussentfernung.

Kombinierte Waffen (glatte und gezogene Läufe in einem Laufbündel)

Das Klettern 

Bei mehrläufigen Waffen mit verlötetem Laufbündel kommt es zum sogenannten „Klettern“, wenn mehrere Büchsenschüsse aus demselben Lauf kurz hintereinander abgegeben werden. Ursache ist das einseitige Verbiegen des Laufbündels bei einseitiger Erwärmung (Bimetalleffekt). Es sollten deshalb kombinierte Waffen mit „freiliegenden“ Läufen (Ringlaschenverbindung) gewählt werden.

Kaliberverändernde Gewehrergänzungen

Wechselläufe und Austauschläufe …werden von einigen Herstellern für Kipplaufgewehre und Repetierbüchsen angeboten.

Zweck: aus einem Gewehr können verschiedene Kaliber verschossen werden, ein Gewehr kann auf diese Weise vielseitiger verwendet werden.

Einsteckläufe

…sind Läufe ohne eigenen Verschluss, die in größerkalibrige Läufe eingeschoben werden. Nach fachmännischer Einpassung ist ein Aus- und Wiedereinbau ohne Treffpunktlageveränderung möglich.

Zweckbestimmung:

Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten eines Gewehrs, am häufigsten werden kleinkalibrige Einsteckläufe in Drillinge eingebaut, was einen universellen Einsatz dieses Gewehrtyps ermöglicht (i.d.R Kaliber  .22 Hornet oder .222 Rem.). Großkalibrige Einsteckläufe (Schalenwild-Kaliber) „verkraften“ nur die Verschlüsse von soliden Bockwaffen.

4.2.2 Kurzwaffen

Kurzwaffen sind alle Schusswaffen deren verwendbare Gesamtlänge 60 cm nicht überschreitet. 

Es ist verboten, auf Wild mit Pistolen oder Revolver zu schießen. Ausnahme: die Bau- und Fallenjagd (ohne Energie- und Kaliberbeschrenkung), sowie die Abgabe von Fangschüssen auf Schalenwild (Bedingung: E0 größer 200 Joule).