Schulungsmaterial für die Jungjägerausbildung
12 Die Gebote, die vor und nach dem Schuss zu beachten sind (Zusatzinfo)
- Die Wahl der Jagdmethode hat großen Einfluss auf die spätere Fleischreifung (Einzel-, Gesellschaftsjagden).
- Die Wildbrethygiene beginnt vor dem Schuss! Sowohl beim Ansprechen als auch beim Erlegen, Aufbrechen und Zerwirken von Wild achten wir auf bedenkliche Merkmale!
- Der Jäger muss Bescheid wissen über die Lage der Innenorgane des Wildes, deren gesundes Aussehen und mögliche bedenkliche Merkmale.
- Wir tragen einen sauberen Schuss an (Kammer- oder Blattschuss), damit das Stück schnell zur Strecke kommt und gut ausschweißt.
- Weidwund-, Leber-, Rücken-, Keulen-, Träger- und Hauptschüsse sind unbedingt zu vermeiden!
- Wild wird unverzüglich und hygienisch bei gutem Licht binnen 2 Stunden nach dem Schuss aufgebrochen, hängend, mit dem Haupt nach unten.
- Das erlegte Wild wird fachgerecht transportiert (nicht zu lang im Rucksack, nicht gestapelt, nicht mit offener Bauchseite über den Boden ziehen, nicht auf offenem Wildträger etc.).
- Verunreinigungen werden entfernt, der Ein- und Ausschuss wird weggeschärft und der körperwarme Wildkörper mit Trinkwasser gereinigt.
- Nach dem Aufbrechen lassen wir das Wild ausschweißen (hängend an den Hinterläufen, mit dem Haupt nach unten, vor Insekten geschützt), damit die Körperinnenseiten abtrocknen können. Sonst beschlägt das Wildbret aufgrund von Kondenswasser, was das Wachstum von Bakterien, Hefen oder Schimmelpilzen beschleunigen würde.
- Nach dem Ausschweißen kommt der Wildkörper zur Fleischreifung in die Kühlzelle. Nach abgeschlossener Fleischreifung (nach Auflösen der Totenstarre, pH-Wert ca. 5,8) wird das Wild aus der Decke geschlagen, zerwirkt und dauergelagert.
